Wo ist eigentlich die Zeit geblieben, gerade noch habe ich mich über die ersten Blüten im Februar gefreut und jetzt wird rundherum schon Heu geerntet, und die Sommersonnenwende steht auch ganz knapp bevor.
Heißt auch, für Sonnenaufgänge muss man echt wieder verdammt früh aufstehen. Vor drei Wochen habe ich mich mal wieder aus dem Bett gezwungen (ich stehe ja gerne früh auf, aber alles hat irgendwo seine Grenzen…), und wurde ENDLICH mal mit einem Sonnenaufgang, wie ich ihn mir immer wünsche, belohnt.

Mein Wanderziel war die Gegend um Häfnerhaslach, ich saß allerdings gerade im Auto Richtung Maulbronn, als ich diese leuchtenden Farben am Horizont gesehen habe. Also habe ich kurzerhand angehalten und die Kamera rausgeholt. Man ist ja flexibel.

An dem Punkt war ich einfach glücksselig und froh, meinen inneren Schweinehund überwunden zu haben.

Vor Kurzem habe ich noch gesagt „ich mache den Bums hier jetzt schon seit 4 Jahren, aber einen Sonnenaufgang, der sich weder hinter einer geschlossenen Wolkendecke verbirgt, noch langweilig wolkenlos ist, habe ich bisher nie an einem interessanten Ort bekommen“. Hat sich das also auch endlich geändert.

An meinem Ausgangspunkt in der Nähe des Füllmenbacher Hofs war es dann erstmal hauptsächlich neblig.

Auch hier am See herrschte aber eine herrliche Morgenstimmung.


Das Wanderheim direkt am Wasser erinnerte mich irgendwie an Schweden (wo ich leider noch nie war, aber sehr gerne mal hin möchte).

Der Weg führte mich zunächst über einige Wiesen,…

… auf denen sich der Nebel hartnäckig hielt.

Das hat mich natürlich nicht davon abgehalten, munter loszulaufen, das ist ja immer Teil der Mission.

Fast übersehen habe ich die Schafe, die auf besagter Wiese standen.


Nach der Wiese ging es in den Wald, auch hier sorgten Nebel und Sonne für eine tolle Lichtstimmung.


Hier habe ich mir mal wieder die Zeit genommen, einfach mit meiner Kamera, dem Licht und der Perspektive zu experimentieren.

Einer der Vorteile, wenn man früh am Morgen unterwegs ist, ist ja, dass man ziemlich alleine ist und die Natur irgendwie noch einfach „ihr Ding macht“. Dieses Reh hat mich gesehen, anscheinend als nicht sonderlich bedrohlich eingeordnet und ist ganz ruhig ein paar Meter ins Dickicht gelaufen.

Ich bilde mir ein, dieses Jahr schon mehr Weinbergschnecken gesehen zu haben, als in den vergangenen zehn Jahren zusammen genommen, was ist da los?

Neben Weinbergschnecken waren auch zahlreiche ihrer „leichter bekleideten“ Kollegen unterwegs.

Diese Nacktschnecke habe ich frecherweise bei ihrer Morgengymnastik gestört, so wie es aussieht. Vielleicht auch beim Trinken.

Auch diese Spinne war schon ganz fleißig am Werk, so ein Netz baut sich schließlich nicht von alleine.

Auf der zweiten Hälfte meiner Runde kam ich noch in den Ortskern von Häfnerhaslach, wo ein Vorgarten prächtiger war als der andere.


Ein interessanter Spot, den ich eher zufällig entdeckt habe, ist das alte Uhrwerk der Kirche des Ortes, das hier auf dem Kirchvorplatz in restaurierter Form noch läuft und schlägt. Tatsächlich habe ich hier ein Päuschen bis zur nächsten vollen Stunde gemacht, um mir die Mechanik hinter dem Glockenschlag anzusehen.

Der Grund, weshalb ich eigentlich in die Gegend gekommen war, war die Orchideenblüte, die laut Internet zu dem Zeitpunkt stattfinden sollte, wobei in dem Gebiet wohl eines der größeren Vorkommen wilder Orchideen in Deutschland sein soll. (Bewusst) gesehen habe ich davon leider nichts, dafür noch einige andere hübsche Blüten.



